Bundesgartenschau 2011
Punkt für Koblenz lange fällig
Die Bundesgartenschau kommt 2011 nach Koblenz. Bei allem Für und
Wider: Zu diesem Zeitpunkt hat die Stadt
Koblenz endlich einmal die Chance, sich einen würdigen roten
"Punkt" in der Deutschland-Karte zu sichern.
Sehen wir uns die Karte der Planer einmal an: Kernbereiche sind natürlich
das Deutsche Eck und die gegenüberliegenden Ufer an Rhein und Mosel. Eine
wichtige Achse bilden die Koblenzer Rheinanlagen, die am Kurfürstlichen
Schloss vorbei bis an die Rheinlache führt, also bis in die südliche
Vorstadt und ans Oberwerth. Und nicht nur diese Bereiche sollen für die
BuGa 2011 in bestem Glanz erstrahlen. "Bei der Bundesgartenschau geht es
nicht um Blümchen", so OB Schulte-Wissermann. Vielmehr bietet sich
eine große Chance für Koblenz und die gesamte Region.
Tatsächlich hat "das Tor zum Weltkulturerbe" einiges zu bieten:
Der Wechsel von Tälern und Höhen, von Wasser und Land, die
Festungsbauten, die Uferzonen in Lützel und Neuendorf. Und: "Der
europäische Gedanke, der sich auch durch den Zusammenfluß von Rhein
und Mosel manifestiert". Die BuGa umfasst wirklich viel mehr als nur
Blumenbeete. So werden Dinge in Koblenz realisiert werden können, die
schon länger zur Debatte stehen: Der Schienenhaltepunkt Mitte, der
Zentralplatz, der Schlossvorplatz mit Öffnung zur Schlossstraße
sowie zu den Rheinanlagen. Selbst Lützel und Neuendorf sollen endlich
ihren Hochwasserschutz erhalten. Immerhin verzichtet das Land Rheinland-Pfalz
auf eine Landesgartenschau und stellt die Finanzmittel Koblenz zur
Verfügung, so die Zusage von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD).
 Franz-Josef Wüst, Kanal 10
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Als einen "ganz großen Erfolg für Koblenz" bezeichnet
Franz Josef Wüst (KANAL 10) den Zuschlag für die Stadt. "Vor
allem der einstimmige Stadtratsbeschluss für die Bewerbung ist als sehr
positiv zu bewerten." Im "blickpunkt"-Interview war die Rolle
der Medien gefragt: "Besonders wichtig ist die Aufklärung über
die Ausmaße einer Bundesgartenschau: Es geht um Kaufkraft,
Besucherzahlen, Tourismus, die überregionale Beachtung und vor allem um
bleibende Investitionen; genannt sei hier zum Beispiel die geplante Seilbahn
auf die Festung Ehrenbreitstein."Ganz klar: Alle Medien werden die BuGa
voll und ganz unterstützen. "Koblenz und die ganze Region wird
bundesweit in allen Medien sein", so Wüst. Und die Kritiker?
"Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass überhaupt
jemand gegen eine Bundesgartenschau in Koblenz sein kann. Ich war erstaunt
über die Proteste". Gemeint ist hier die "Mahnung" des
Bundes der Steuerzahler (BdSt), dass das alles erst einmal zuviel Geld kostet.
(Böse Zungen behaupten, dass den Verantwortlichen des BdSt an der Stelle
ein Taschenrechner eingepflanzt ist, wo sonst das Herz schlägt.)
Tatsache ist, dass die Bundesgartenschau 2011 für Koblenz ein Gewinn sein
wird. "Aus persönlichen Erfahrungen, z. B. aus der BuGa in Potsdam,
kann ich sagen, wie positiv Öffentlichkeit und Medien dem Ereignis
begegnen. Ich habe mich selbst vor Ort davon überzeugen können, und
über irgendeinen Wankelmut hier in der Region -wenn es denn noch
einen geben sollte- kann ich nur den Kopf schütteln." So weit
Franz Josef Wüst, Medienmacher und Gourmet aus Koblenz.
Im April 2011 ist die Stadt soweit. Bert Flöck, Geschäftsführer
der Koblenz-Touristik, gibt sich optimistisch. Auch ihm ist es zu verdanken,
dass wir den Zuschlag doch noch erhalten haben. "Er hat einfach nicht
locker gelassen", so Romy Zahren, seine Stellvertreterin. Für das
ganze Unternehmen wird eine Gesellschaft mit dem Namen "Bundesgartenschau
Koblenz GmbH" gegründet, an der mit zwei Dritteln die Stadt und mit
einem Drittel der Zentralverband Gartenbau (ZVG) beteiligt sind. Das
Startkapital beträgt 25.000,00 Euro, die Kosten der Bundesgartenschau sind
mit 25 Millionen für die Stadt veranschlagt. Immerhin: Drei Millionen
Gäste werden erwartet! Bei der ersten BuGa in Rheinland-Pfalz.
Von diesem Kuchen wollen sich natürlich die "Regionalisten" ein
Stück abschneiden: Da ist zunächst Günter Kern, der für die
Verbandsgemeinde Loreley spricht: "Der Zuschlag ist eine wichtige
Entscheidung für die gesamte Region." Auch MdL Roger Lewentz,
Generalsekretär der rheinland-pfälzischen SPD wünscht sich
dadurch eine Gewichtung der rechten Rheinseite - von der Festung
Ehrenbreitstein bis zum Loreleyfelsen.
Nicht zu verdenken: In letzter Zeit ist das Image des Mittelrheintals ein wenig
in den Keller gerutscht. Ebenso wenig wollen der Bopparder Bürgermeister
Dr. Walter Bersch und Bendorfs Stadtchef Hajo Stuhlträger ihre Städte
an den "Rand gedrückt" sehen.
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Festung Ehrenbreitstein – Sonnenuntergang im Spiegel.
Schloss Stolzenfels
Zusammenfluss von Rhein und Mosel
Ralf Godde, Maler und Grafiker aus Koblenz, stellte der
Redaktion die hier abgebildeten Gemälde aus der Reihe
"Rheinromantik" zur Verfügung.
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