Seilbahn Koblenz Rheinufer - Festung Ehrenbreitstein

Die Seilbahn kommt zur Buga

Schon oft war sie in der Diskussion: Die Seilbahn von Koblenz zum Deutschen Eck. Finanzierungsprobleme sowie genehmigungsrechtliche Bedenken beendeten die Diskussionen jedoch schnell. Erst die Bundesgartenschau 2011 macht's möglich: Koblenz bekommt seine Seilbahn. Die erwarteten Besucherzahlen der BUGA stellt die Kalkulation natürlich auf eine völlig neue Basis.

Verlauf der Strecke

Welchen Streckenverlauf die Seilbahn erhalten soll, ist noch nicht entschieden. Zur Zeit sind zwei Varianten im Gespräch:
Zum einen eine direkte Verbindung von den Rheinanlagen zur Festung Ehrenbreitstein (Nähe ehemalige Gaststätte Wester, also Beginn des Kernbereiches Plateau Ehrenbreitstein),
zum anderen vom Konrad Adenauer Ufer (Moselufer) aus zunächst zum Campingplatz in Koblenz-Lützel und von dort aus zur Festung Ehrenbreitstein. Hierbei ist in Lützel bislang keine eigenständige Station geplant, also ein Ein- und Ausstieg der Fahrgäste vorgesehen.

Konzept sieht privater Betreiber vor

Für den Betrieb soll das Modell der BUGA 2005 in München übernommen werden. Dort hatte der Hersteller der Seilbahn um das BUGA-Gelünde, die Firma Doppelmayr, diese auf eigene Rechnung betrieben. Dadurch bedingt wird der Fahrpreis der Seilbahn nicht im Eintritt der BUGA enthalten sein.

Die Kapazität der Koblenzer Seilbahn soll die der Münchner Seilbahn sogar noch übersteigen: Konnte die Seilbahn der BUGA 2005 bis zu 2.200 Besucher pro Stunde befördern, soll die Seilbahn auf die Festung bis zu 3.000 Besucher pro Stunde über den Rhein (und gegebenenfalls auch über die Mosel) tragen.

Konflikt Seilbahn - UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal

Der Bau der Seilbahn steht möglicherweise im Konflikt mit den Auflagen der UNESCO, die einen äusserst behutsamen Umgang hinsichtlich baulichen Eingriffen im oberen Mittelrheintal vorgeben. So äusserte der Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig, Regierungsbeauftragter für das Welterbe Oberes Mittelrheintal, Bedenken gegen den Bau.

Als Kompromiss steht nun im Raum, das Seilbahn-Projekt auf 2 bis 3 Jahre zu befristen und die Seilbahn danach wieder abzubauen. Der Geschüftsführer Hans-Peter Faas der BUGA Koblenz 2011 GmbH steht dem Kompromiss aufgeschlossen gegenüber und hält einen Verkauf der Seilbahn ohne grössere Verluste für möglich.

Dass das Welterbe Oberes Mittelrheintal nicht nur Vorteile, sondern auch Verpflichtungen bringt, ist klar. Trotzdem wäre es für Besucher und Bürger von Koblenz ein grosser Verlust, wenn die Seilbahn wieder abgebaut würde. Da der UNESCO jeoch in erster Linie am optischen Erscheinungsbild des Welterbes gelegen ist und die Seilbahn nicht mittendrin, sondern am ässersten nmördlichen Ende des Welterbes errichtet werden soll, lässt sich möglicherweise durch durch entsprechende Gestaltung der Bahn und der Trasse auch ein dauerhafterer Kompromiss finden, zumal auch Hans-Jürgen Faas seiner persönlichen Meinung Ausdruck gab, dass der Abbau der Seilbahn nach der BuGa für die Region sehr nachteilig sei.

BuGa 2011 - Bundesgartenschau in Koblenz